Amtsbücher

Amtsbücher dienten der Sicherung rechtlich relevanter Fakten. Entsprechend enthalten sie die Beschlüsse kommunaler Gremien, Steuer- und Grundstückslisten oder auch Listen über Pfändungen. 

Die Protokolle des Mannheimer Stadt- bzw. Gemeinderats gehören zu den historisch wichtigsten Unterlagen im MARCHVIUM. Sie reichen zurück bis in das Jahr 1661 und sind weitgehend lückenlos bis in die Gegenwart erhalten. Anders als die Akten konnten die Amtsbücher im Zweiten Weltkrieg vor Zerstörung gesichert werden. Damit sind sie häufig die einzig aussagekräftigen Quellen, wenn es etwa um die Geschichte der Stadt vom 17. bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts geht. Neben den Ratsprotokollen existieren weitere Amtsbuchserien, vornehmlich aus den umliegenden Dörfern bzw. den heutigen Stadtteilen. 

Die Amtsbücher sind nicht nur historisch gewichtige, sondern auch physisch schwere Quellen. So umfassen die dicksten Exemplare aus der Zeit um 1800 nicht selten mehr als 2.000 eng beschriebene Seiten und wiegen bis zu 8 Kilogramm.

Gliederung und Umfang

Insgesamt verwahrt das MARCHIVUM über 2.200 Amtsbücher, die in unterschiedliche Serien gegliedert sind. Neben den mehr als 700 Ratsprotokollbänden (zu vielen Jahren gibt es gleich mehrere Bände) sind vor allem die sogenannten Pfandbücher erwähnenswert. Sie erfassen in ihrer älteren Serie den Zeitraum von 1697 bis ins 19. Jahrhundert und geben Einblick in die sozial-fiskalischen Netzwerke in der Stadt: Wer schuldete wem was, wie war ein Grundstück belastet, wer bezahlte wann seine Schulden? 

Der Großteil der Amtsbücher stammt aus den vormaligen Dörfern um Mannheim herum. In diesen nach Orten gegliederten Serien finden sich ebenfalls Gemeinderatsprotokolle, Rechnungsbände, Kaufunterlagen und Gerichtsbücher. Das älteste Exemplar, ein sogenanntes „Dorfbuch“, stammt aus Käfertal. Es enthält ein Verzeichnis der Grundstücke und ihrer Besitzer, festgehalten anlässlich einer Dorfbegehung des zuständigen kurpfälzischen Schultheißen aus dem Jahr 1611 (Zugang 5/1900 Nr. 23).

Die Bände des Standesamtsregisters sind aus logistischen Gründen nicht bei den Amtsbuchserien eingereiht und befinden sich unter den Behördenbeständen. 

Recherche und Zitierweise

Die Amtsbücher sind über unsere Online-Datenbank recherchierbar. Möglich ist die Recherche nach einem Stichwort; daneben ermöglicht das Programm die Suche nach Provenienz innerhalb der Baumstruktur. 

Die Signaturen haben folgendes Schema:
Zugang [Nr./Jahr] laufende Nr., z.B.: 7/2012 Nr. 234

Bei der Zitation einer Verzeichnungseinheit soll zusätzlich der Bestandsname angegeben werden, Z.B.: MARCHIVUM, Amtsbücher Käfertal, Zug. 5/1900 Nr. 24

Die Ratsprotokolle sowie der überwiegende Teil der übrigen Amtsbücher sind bereits digitalisiert.