Behördenbestände

Die Behördenbestände umfassen die historischen Akten, die von Dienststellen und Einrichtungen der Stadt Mannheim erstellt und für archivwürdig befunden wurden. Enthalten ist auch die schriftliche Überlieferung der einst selbständigen Dörfer und heutigen Stadtteile. Nahezu sämtliche Facetten kommunalen Lebens sind in diesem Bestand dokumentiert, von der Selbstverwaltung über die soziale Daseinsfürsorge bis hin zum Meldewesen.

Die historischen Aktenbestände der Stadt Mannheim haben ihren Schwerpunkt im späten 19. und im 20. Jahrhundert. Die Unterlagen aus früheren Zeiten sind zu großen Teilen im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Demgegenüber reichen die Unterlagen der Stadtteile bzw. der vormalig selbständigen Dörfer Sandhofen, Seckenheim und Wallstadt bis ins 18. Jahrhundert zurück. 

Die Überlieferung des Einwohnermeldewesens ist seit 1807 komplett erhalten. Anhand der Familienbögen des 19. Jahrhunderts sowie der (nicht frei zugänglichen) Meldekarten des 20. Jahrhunderts lässt sich im Detail nachvollziehen, wer wann und wo in Mannheim gelebt hat.

Gliederung und Umfang

Die Behördenbestände sind die umfangreichste Beständegruppe im MARCHIVUM. Insgesamt gibt es rund 150 Einzelbestände mit weit mehr als 100.000 Einzelakten.  

Die Behördenbestände der Stadt Mannheim sind sachthematisch in zehn Bestandsgruppen zusammengefasst (z.B. Bauwesen oder Haupt- und Dezernatsregistratur). Die Bestände der einzelnen Dienststellen und Einrichtungen sind wiederum diesen Gruppen zugeordnet (z.B. Bestand Bauverwaltungsamt zur Bestandsgruppe Bauwesen). 

Namensänderungen einzelner Dienststellen wurden nicht übernommen, es sei denn es kam zu umfangreicheren Organisationsänderungen wie etwa der Zerschlagung der Dezernatsregistratur oder der Neugliederung der Standesämter. In diesen Fällen sind entsprechend der Bezeichnung der Nachfolgeinstitutionen neue Bestände definiert.

Neben dauerhaft zu verwahrendem Archivgut umfassen die Behördenbestände auch sogenanntes Zwischenarchivgut. Bei letzterem handelt es sich um Unterlagen, die von den Dienststellen zwar bereits abgegeben, aber noch nicht auf ihre Archivwürdigkeit hin bewertet wurden. Im Regelfall unterliegt das Zwischenarchivgut besonderen Schutzfristen und wird daher nicht im Archivprogramm für den Benutzer ausgewiesen.

Recherche und Zitierweise

Die Behördenbestände sind über unsere Online-Datenbank recherchierbar. Möglich ist die Recherche nach einem Stichwort; daneben ermöglicht das Programm die Suche nach Provenienz innerhalb der Baumstruktur. 

Die Signaturen haben folgendes Schema: 
Zugang [Nr./Jahr] laufende Nr., z.B.: 7/2012 Nr. 234

Bei der Zitation einer Verzeichnungseinheit soll zusätzlich der Bestandsname angegeben werden, z.B.:
MARCHIVUM, Standesamt, Zug. 1/2009 Nr. 244