Täter-/Opferrecherche

Ein zentrales Anliegen des NS-Dokumentationszentrums im MARCHIVUM ist die Erinnerung an die Mannheimer Opfer des Nationalsozialismus. Grundlage dafür können die Erkenntnisse aus der Forschungs- und Gedenkarbeit des früheren Stadtarchivs Mannheim, der KZ-Gedenkstätte Sandhofen und anderer Gruppen sein, die sich die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts zur Aufgabe gemacht haben. 

Doch auch die Mannheimer Täter sollen in den Blick genommen werden, denn ihre Biografien bieten Hinweise, wie die Mechanismen der NS-Diktatur auf individueller Ebene und im Kontext der Mannheimer Entwicklungen funktionierten. Einen ersten umfassenden Ansatz hat das Forschungsprojekt des früheren Stadtarchivs und der Universität Mannheim zur Arisierung in dieser Stadt geleistet. 2013 mündete das Projekt in die vielbeachte Publikation von Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim. 

Basierend auf die bisherigen Forschungen baut das MARCHIVUM eine Datenbank zu Tätern und Opfern der NS-Zeit auf. Sie wird im Lauf des Jahre 2019 in Betrieb gehen. Im Zuge der weiteren Forschungsarbeit wird die kontinuierliche Ergänzung der Biografien angestrebt. Besucherinnen und Besucher werden im NS-Dokumentationszentrum die Möglichkeit haben, die Lebensläufe von Opfern und Tätern zu verfolgen.