Breadcrumb-Navigation

Stadtgeschichte

Belastungsprobe Kurpfalzbrücke
Einweihung der Kurpfalzbrücke

Die 1891 eröffnete Friedrichsbrücke war Mannheims wichtigster Neckarübergang und wurde noch in den Jahren 1939/40 zur Bewältigung des steigenden Verkehrsaufkommens verbreitert und modernisiert.

Bald nach diesem technisch aufwendigen Umbau wurde die Brückenkonstruktion durch die alliierten Luftangriffe vom 23. September 1943 und 9. April 1944 schwer beschädigt. Am 25. März 1945 sprengten auf dem Rückzug befindliche deutsche Truppen in einem militärisch völlig sinnlosen Akt alle Neckarbrücken. Nach dem Krieg konnten die Schäden an der Friedrich-Ebert-Brücke durch Anheben des im Fluß versenkten Mittelstücks schnell behoben werden, so dass sie schon am 1. Mai 1946 wieder für den Verkehr zur Verfügung stand.

Die Jungbuschbrücke ersetzte einen Behelfsübergang. Am ursprünglichen Standort der Friedrichsbrücke dagegen bot seit November 1946 ein neben den im Neckar liegenden Trümmern eingerichteter Fußgängersteg nur unzureichenden Ersatz.

Zwar wurde schon kurz nach dem Krieg mit der Räumung der für die Schiffahrt hinderlichen und nicht mehr zu gebrauchenden Überreste der zerstörten Brücke begonnen, aber erst 1948 konnte nach Abschluss der Planungsarbeiten ernsthaft mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Nach zweijähriger Bauzeit übertraf das fertige Bauwerk im Sommer 1950 mit einer Gesamtbreite von 28 Metern die alte Friedrichsbrücke um 3 Meter. Das zu Beginn der am 31. August 1950 stattfindenden Einweihungszeremonie aufgenommene Foto zeigt in unmittelbarer Nähe der Kurpfalzbrücke noch den provisorischen Fußgängersteg, der nun ausgedient hatte. An dem mit Böllerschüssen eingeleiteten Festakt nahm neben einer ganzen Reihe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch der damalige Bundespräsident Theodor Heuss (1884 – 1963) teil.

Einweihung der Kurpfalzbrücke mit OB Hermann Heimerich, Bundespräsident Theodor Heuss, Bürgermeister Jakob Trumpfheller, 31.8.1950

Das Brückenfest dauerte mehrere Tage und wurde mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, einem Volksfest auf dem alten Meßplatz und einem großen Feuerwerk an der Brücke feierlich begangen.

Wie andere Festredner verwies auch Oberbürgermeister Hermann Heimerich (1885 – 1963) auf den Symbolgehalt des neuen Namens, unterstrich die Zusammengehörigkeit der ehemaligen kurpfälzischen Landesteile und warb für den damals aktuellen Gedanken der Bildung eines Südweststaats. Angesichts erneut drohender militärischer Konflikte beschloss er seine Ansprache mit dem Wunsch nach „Frieden, Freiheit und Fortschritt in der Welt!“

Brückenfest in der Breiten Straße zur Einweihung der Kurfpalzbrücke

 

Kategorien
Schlagworte
Neuen Kommentar schreiben

Archivschätze

Leben im Quadrat (AV0028)

Seit 01.01.2020 besitzt das MARCHIVUM die Verwertungsrechte an 46 Filmen des Mannheimer Filmemachers Eberhard Fingado. Zehn dieser Filme wollen wir Ihnen in den kommenden Wochen vorstellen.

Ganzer Beitrag

Stadtgeschichte

Ein Leben voller Geschichten

Günter Meder ist vielen Mannheimer*innen noch aus ihrer Kindheit bekannt. 1934 in Mannheim geboren, ist er seit Mitte der 50er Jahre als Märchenerzähler unterwegs. Ob in Krankenhäusern oder Schwimmbädern weiß er noch bis heute seine jungen Fans mit seinen Geschichten zu begeistern. Wir haben ihn ins MARCHIVUM eingeladen und ihn über seine Erlebnisse befragt.

Ganzer Beitrag

Stadtgeschichte

Die Übergabe Mannheims am 29. März 1945

Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg, in dem über 65 Millionen Menschen in Kampfhandlungen oder als zivile Opfer getötet wurden. In Mannheim endete der Krieg bereits Ende März 1945.

Ganzer Beitrag