Ausstellung

Das NS-Dokumentationszentrum eröffnet im Herbst 2021. Es zeigt auf einer Fläche von ca. 600 qm im ersten Obergeschoss des MARCHIVUM die Geschichte des Nationalsozialismus in Mannheim. Die interaktive und multimediale Ausstellung soll ein Verständnis dafür entwickeln, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht selbstverständlich ist, sondern stets gegen antidemokratische Tendenzen verteidigt werden muss.

Mit der Darstellung der Weimarer Republik beginnt die Präsentation. Die erste deutsche Demokratie sicherte den Bürgerinnen und Bürgern umfassende Freiheits- und Gleichheitsrechte zu, war jedoch zugleich durch die Niederlage des Ersten Weltkriegs belastet. Wirtschaftliche und politische Krisen radikalisierten die Gesellschaft. Der Aufstieg der NSDAP zur Massenpartei war auch in Mannheim begleitet von gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Anhand ausgewählter Biografien zeigt die Ausstellung unterschiedliche Perspektiven auf die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. Durch legislative Akte und Gewalt wurde die demokratische Ordnung in Mannheim innerhalb weniger Monate zerstört. Dargestellt werden die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der nationalsozialistischen Diktatur. Schwerpunkte bilden dabei die Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sowie der Ausschluss weiterer politischer und weltanschaulicher Gegner aus der "Volksgemeinschaft" sowie das Geschehen an der "Heimatfront" in Mannheim im Zweiten Weltkrieg.

Das abschließende Kapitel ist dem Umgang mit der NS-Vergangenheit gewidmet. Dabei werden personelle Kontinuitäten nationalsozialistischer Funktionsträger ebenso thematisiert wie die durch bürgerschaftliches Engagement erstrittene lokale Erinnerungskultur. Am Ende des Rundgangs lädt ein interaktives Spiel die Besucherinnen und Besucher dazu ein, in einen Dialog zu treten über demokratische Werte und Prinzipien.

In einem Sonderraum auf der Ebene des NS-Dokumentationszentrums wird auch die Geschichte des Ortes multimedial dargestellt. Der von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ab 1940 errichtete Hochbunker war der größte seiner Art in Mannheim. Mehr als 7 000 "Volksgenossen" fanden hier Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten. Im stark zerstörten Mannheim diente der Bunker nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Wohnraum. Anfang der 1980er wurde er dann als Schutzraum für den Fall eines Atomkrieges ausgebaut.