Frauenrechte

FRAUENRECHTE SIND MENSCHENRECHTE

Mannheimerinnen kämpfen um Gleichberechtigung

 

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Sigrid Hackbarth geb. Held wird am 20. August 1929 als Tochter des Mitinitiators der Bekennenden Kirche und späteren Präses der Rheinischen Landeskirche Heinrich Held in Wesseling bei Köln geboren. Sie studiert in München und Heidelberg Psychologie. 1957 heiratet sie den Maler und Jazz-Schlagzeuger Joe Hackbarth, mit dem sie in Weinheim lebt. Ende der 1960er Jahre lässt sich das Paar scheiden.

1958 schließt sie ihr Studium ab. Nachdem sie sich einige Jahre ausschließlich um ihre drei Kinder gekümmert hat, nimmt sie 1965 eine Stelle in der Erziehungsberatungsstelle der Stadt Weinheim an. Als Diplom-Psychologin leitete sie acht Jahre die Beratungsstelle, bis sie 1972 als Lehrbeauftragte an die Fachhochschule für Sozialwesen in Mannheim berufen wird.

1973 wird sie zur Professorin ernannt und steht seit 1975 dem Fachbereich Sozialarbeit vor. 1975 wird sie als erste Frau in Baden-Württemberg zur Rektorin einer Fachhochschule gewählt. Bis 1984 steht sie an deren Spitze. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Sozialpsychiatrie sowie Gewalt in Familien. In ihrer Amtszeit kann die Fachhochschule erstmals Diplome an Sozialarbeiter und Sozialpädagogen vergeben. Hackbarth muss sich gegen massive Kürzungspläne zur Wehr setzen und kämpft erfolgreich gegen die Verlegung des Sitzes der Fachhochschule nach Heidelberg. Ab 1984 verzichtet sie neben der Leitung des Praktikantenamts auf weitere Ämter und widmet sich auch nach ihrem vorzeitigen Ruhestand bis 1994 der Lehre.

Ehrenamtlich engagiert sie sich für den Landeswohlfahrtsverband, den Drogenverein, für das Frauenhaus und sie ist im Vorstand des Notrufs für misshandelte Frauen und Mädchen. Seit 1991 wohnt sie in Mannheim und ist als Schöffin am Amtsgericht tätig. Am 17. Juli 2003 stirbt sie in Mannheim. 2015 wird eine Straße auf dem ehemaligen Vögele-Gelände nach ihr benannt.