Frauenrechte

FRAUENRECHTE SIND MENSCHENRECHTE

Mannheimerinnen kämpfen um Gleichberechtigung

Auguste.jpg

Wegen eines Gedenktags unterbrechen wir heute den Blick auf die Frauen des 20. Jahrhunderts und stellen stattdessen zu Abwechslung eine Frau des 18. Jahrhunderts vor: Kurfürstin Elisabeth Auguste starb vor 225 Jahren, am 17. August 1794, in Weinheim.

Elisabeth Auguste wird am 17. Januar 1721 in Mannheim geboren. Sie ist die älteste Enkelin des Kurfürsten Karl Philipp von der Pfalz. Wenn es im 18. Jahrhundert in der Kurpfalz bereits die Möglichkeit einer weiblichen Erbfolge gegeben hätte, wäre sie es gewesen, die ihrem Großvater als Kurfürst beerbt hätte. Doch nur ihre Zeitgenossin Maria Theresia hat es zwei Jahre zuvor geschafft, die ihr zugedachte weibliche Erbfolge als Erzherzogin von Österreich und Königin von Böhmen und Ungarn gegen viele Widerstände durchzusetzen.

In der Pfalz geht der Kurhut Ende 1742 traditionell an den nächsten männlichen Erben, Elisabeth Augustes weitläufigen Cousin Karl IV. Theodor aus der Seitenlinie Pfalz-Sulzbach. Dennoch wird sie Kurfürstin von der Pfalz, weil sie bereits am 17. Januar 1742 ihren Vetter Karl Theodor geheiratet hat. Eine Liebesheirat ist das nicht, sondern der Versuch, ihr auf diese Weise die ihr gebührende Stellung im Kurfürstentum zu sichern. Die Ehe ist nicht glücklich und wird noch unglücklicher als ihr einziges Kind (Franz Ludwig Joseph) einen Tag nach seiner Geburt stirbt. Elisabeth Auguste zieht sich daraufhin in ihr Schloss nach Oggersheim zurück und lebt weitgehend von ihrem Mann getrennt, der inzwischen mehrere uneheliche Kinder von anderen Frauen hat. Ein Schicksal, das sie mit vielen Standesgenossinnen ihrer Zeit teilt. Sie folgt ihm auch nicht, als er 1777 auch noch Kurfürst von Bayern wird und nach München übersiedelt.

Während der auf dem linken Rheinufer ausgefochtenen Kriege gegen das revolutionäre Frankreich 1791/92 zieht sich Elisabeth Auguste sicherheitshalber von Oggersheim ins rechtsrheinische Weinheim zurück, wo sie 1794 - fünf Jahre vor ihrem Mann - stirbt. Sie wird in der Karmeliterkirche in Heidelberg beigesetzt, 1805 wird der Sarg aber in die St. Michaelskirche in München überführt.

Foto: Nischenstatue Kurfürstin Elisabeth Auguste