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Dr. Adolf Graetzer

geboren am
Verfolgung

Jüdischer Arzt

Emigration 1936

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Dr. Adolf Graetzer (1885-1952) und Dr. Gertrud Graetzer, geb. Hepner (1882-1962)

Adolf Graetzer wurde 1885 als Kind des Arztes Dr. Samuel Graetzer und seiner Frau Friedericke in Breslau geboren. Nach dem Medizinstudium war er seit 1912 in Mannheim-Wallstadt als Arzt und Schularzt tätig. Im 1. Weltkrieg war er Assistenzarzt der Reserve.

Gertrud Graetzer wurde 1882 als Kind des Arztes Salo Hepner und seiner Frau Anna geb. Wehlau in Breslau geboren. Nach dem Medizinstudium arbeitete sie von 1913 bis 1921 als hauptamtliche Schulärztin der Stadt Mannheim, von 1921 bis 26.01.1934 als nebenamtliche Schulärztin. Adolf Graetzer und Gertrud Graetzer, geb. Hepner, heirateten 1916; 1917 wurde ihr Sohn Peter Carl geboren, 1921 ihr Sohn Klaus.

Sie wohnten ab 1916 in Mannheim-Feudenheim und 1920-1936 in Wallstadt, in der Kreuzstraße 5, wo sich auch die Praxis befand.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war die Familie zunehmenden Repressalien ausgesetzt. Gertrud Graetzer wurde 1934 als „Nicht-Arierin“ aus dem Amt entlassen. Adolf Graetzer wurde am 06.02.1936 aufgrund seiner jüdischen Herkunft gezwungen, seine Praxis in Mannheim-Wallstadt aufzugeben. Beide Ehepartner wurden mit Berufsverbot belegt.

Im Februar 1936 siedelte Familie Graetzer von Mannheim nach Danzig über, um von dort die Emigration nach Übersee vorzubereiten.

Über Rotterdam kam Dr. Adolf Graetzer am 18. Oktober 1936 an Bord des Schiffes "Stadendam" in New York (USA) an, von wo aus er nach Ecuador weiter gelangte. Gertrud Graetzer konnte mit den Söhnen wenige Monate später nachkommen; ab August 1937 lebte die Familie in Quito, der Hauptstadt Ecuadors.

 

Die Stolpersteine für Adolf und Gertrud Graetzer wurden 2019 verlegt.

Patenschaft und Text: Geschwister-Scholl-Schulen Mannheim

Fotos: Familienbesitz

Adresse

Kreuzstraße 5
68259 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.49819978879, 8.5486846962953