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Dr. Franz Rosenthal

geboren am
Verfolgung

Rabbiner

1939 in die USA emigriert

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Franz Rosenthal wurde am 3. Juli 1911 im schlesischen Beuthen (Bytom) geboren. Ab 1934 studierte er jüdische Theologie in Breslau, wo er sich 1938 promovierte und im Jahr darauf sein Rabbinerexamen ablegte. Daneben forschte er an der Pariser Sorbonne bei dem renommierten Philosophen Henri Bergson (Literaturnobelpreis 1927), an der Prager Karls-Universität sowie in der Päpstlichen Bibliothek in Rom. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde er verhaftet und mehrere Wochen im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Im Mai 1939 kam Dr. Franz Rosenthal nach Mannheim, wo er im Alter von nicht einmal 28 Jahren Rabbiner der Lemle-Moses-Klaussynagoge wurde. Da die Mannheimer Hauptsynagoge in F 2, 3 in der Pogromnacht nahezu vollständig zerstört worden war, war die ebenfalls geschändete „Klaussynagoge“ nach einer behelfsmäßigen Widerherstellung das letzte jüdische Gotteshaus in Mannheim, das zu dieser Zeit noch genutzt werden konnte. Bei den Mitgliedern der Gemeinde war der junge, engagierte Rabbiner äußerst beliebt. Über sein nur sechsmonatiges Wirken in Mannheim gibt ein Brief der Mannheimerin Cäcilie Buchholz Auskunft, die im September 1941 aus dem Lager Gurs an Verwandte schrieb: „Dr. Rosenthal […] war der netteste Rabbiner, der je in Mannheim amtiert hat.“

Am 15. November 1939 konnte Dr. Franz Rosenthal mithilfe des evangelischen Theologen Hermann Maas und einer amerikanischen Hilfsorganisation mit einem „Non-quota-Visum“ nach New York emigrieren. Die Mannheimer Rabbinerstelle konnte nach seinem Weggang nicht wieder besetzt werden.

In den USA war Dr. Franz (fortan: Frank) Rosenthal Rabbiner in den Bundesstaaten North Carolina, Michigan und Illinois, zugleich als Universitäts- und College-Dozent tätig und in zahlreichen jüdischen Organisationen, Verbänden und Einrichtungen aktiv. Ab 1947 war er mit Harriet geb. Finkelstein verheiratet; das Ehepaar hatte drei Töchter.

Dr. Frank Rosenthal starb am 11. August 1979 im Alter von 68 Jahren in Flossmoor, Illinois.

 

Der Stolperstein zum Gedenken an Dr. Rosenthal wurde 2012 auf Initiative von Angehörigen verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

F 1, 11 (Innenstadt)
68159 Mannheim
Deutschland

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