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Dr. Hedwig Eppstein

geboren am
Verfolgung

Jüdische Psychologin und
Sozialarbeiterin

1944 in Auschwitz ermordet

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Dr. Hedwig Eppstein wurde am 6. Januar 1903 als Hedwig Strauß in Mannheim geboren. Ihre Eltern waren der Viehhändler August/Anschel Strauß und dessen Ehefrau Mathilde geborene Oppenheimer. Hedwig war das zweite Kind des jüdischen Ehepaars, nachdem 1899 Tochter Anna Friederike geboren worden war.

Ab Anfang der 1920er Jahre studierte Hedwig Strauß in Heidelberg Psychologie. 1927 war sie die erste Person, die sich am 1925 eingeführten Psychologischen Institut (welches zum Teil der Philosophischen, zum Teil der Medizinischen Fakultät angehörte) promovierte. Von 1927 bis 1933 war sie als Sozialberaterin beim Wohlfahrts- und Jugendamt der Israelitischen Gemeinde Mannheim tätig und daneben im Jüdischen Frauenbund aktiv. Im August 1930 heiratete sie den Soziologen und Leiter der Mannheimer Volkshochschule Dr. Paul Eppstein.

Nachdem Paul Eppstein nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 all seiner Ämter enthoben wurde, zog das Ehepaar Ende des Jahres nach Berlin. Paul Eppstein arbeitete dort bei der Reichsvertretung der Deutschen Juden; Hedwig Eppstein wurde Mitarbeiterin der Jüdischen Jugendhilfe der Israelitischen Gemeinde Berlin, später der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Ab 1938 leitete sie die Berliner Kinder- und Jugend-Alijah und konnte zahlreichen jüdischen Heranwachsenden die Flucht nach England, Eretz Israel oder in die USA ermöglichen.

Am 26. Januar 1943 wurden beide in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Paul Eppstein, der im Ghetto als „Judenältester“ eingesetzt war, wurde dort im September 1944 erschossen. Hedwig Eppstein wurde am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Zwischen 1937 und 1943 hat Hedwig Eppstein in einem regen Briefwechsel mit Verwandten und Freunden ihre Gedanken, Hoffnungen und Befürchtungen zum Ausdruck gebracht und damit eindrückliche Dokumente hinterlassen, die bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Mannheimer Abendakademie und des Stadtarchivs Mannheim – ISG am 04.03.2015 erstmals öffentlich gemacht wurden. Darauf basiert die Audio-CD „Jetzt denkt man nicht an das bisschen Ich“.

Der Stolperstein für Dr. Hedwig Eppstein wurde 2013 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
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