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Dr. Julius Isaak Steinfeld

geboren am
Verfolgung

Jüdischer Arzt

1933 Berufsverbot

1938 Emigration in die USA

Kachelbild
Text

Der jüdische Arzt und Psychologe Dr. Julius Isaak Steinfeld wurde am 8. September 1895 in Karlsruhe geboren. Im Jahr 1924 zog er von Nürnberg nach Mannheim, wo er im Mai 1926 die Frankfurterin Lotte Bettina Hanau heiratete. In den Jahren 1928 und 1929 kamen die ersten beiden Söhne zur Welt.

Dr. Steinfeld betrieb in P 7, 17 eine gutgehende Praxis als Nervenarzt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihm bereits 1933 die Kassenzulassung entzogen, sodass die Familie von Erspartem leben musste. Die große Wohnung in der Lameystraße 12 musste die Familie im März 1935 aufgeben und in eine kleinere Wohnung in der Böcklinstraße umziehen.

Anfang 1936 wanderte Dr. Julius Isaak Steinfeld mit seiner Ehefrau und den Söhnen über Cherbourg in die USA aus, wo er zunächst in einem Sanatorium für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Peoria, Illinois tätig war. Im Sommer 1939 gründete er in Des Plaines, Illinois, das „Forest Sanitorium“, als dessen Medizinischer Direktor er fungierte. Durch seine wissenschaftlichen Forschungen zum Thema Schizophrenie erwarb sich Dr. Steinfeld international hohes Ansehen in medizinischen Fachkreisen.

Als 1955 nach dem Tod eines Patienten eine antisemitisch aufgeladene Hetzkampagne gegen ihn geführt wurde, schloss Julius Steinfeld die Klinik, verließ die USA und siedelte in die Schweiz über.

Dr. Julius Isaak Steinfeld starb wenige Monate darauf, am 27. Juni 1956, im Alter von 60 Jahren in Zürich.

 

Der Stolperstein wurde im Jahr 2015 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Böcklinstr. 86 (Neuostheim)
68163 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.479220638803, 8.5155144432541