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Ekaterina Semak

geboren am
Verfolgung

Ukrainische Zwangsarbeiterin

1944 erschossen

Kachelbild
Text

Ekaterina Semak wurde am 7. August 1924 in dem kleinen Dorf Dowge-Osero bei Myrhorod in der Ukraine geboren. Zu einem unbekannten Zeitpunkt 1941 oder 1942 wurde sie von den Deutschen nach Mannheim verschleppt und ab Anfang Juli 1942 – noch keine 16 Jahre alt – als sogenannte „Ostarbeiterin“ bei der Heinrich-Lanz AG zur Zwangsarbeit eingesetzt. Untergebracht wurde sie in einem Lager auf dem Paul-Billet-Platz im Almenhof (wo sich heute die Maria-Hilf-Kirche befindet), in dem ca. 500 „Ostarbeiter*innen“ untergebracht waren.

Am 15. Februar 1944 soll sie versucht haben, mit einem Paket unter dem Arm an einer beschädigten Stelle des Lagerzauns in das Lager zu gelangen, ohne von den Wachmännern gesehen zu werden. Ein Wachmann (Mitarbeiter der Heinrich Lanz AG) versuchte dies zu verhindern, rief ihr zu, gab zwei „Warnschüsse“ ab und eilte hinter Ekaterina her, als diese in das Lager rannte. Vor der Baracke Nr. 8 holte er sie ein und ergriff sie. Angeblich habe sich dabei versehentlich ein Schuss aus seiner Pistole gelöst, der Ekaterina Semak aus nächster Nähe in die Brust traf und tötete.

Sie wurde auf dem Neckarauer Friedhof beigesetzt. Das Verfahren gegen den Wachmann wurde schon zwei Tage nach Ekaterinas Tod von der Staatsanwaltschaft Mannheim eingestellt, „weil sich keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein strafbares Verschulden des Wachmanns“ ergeben hätten.

 

Der Stolperstein zum Gedenken an Ekaterina Semak wurde 2009 auf Initiative des AK Justiz verlegt. Der Betriebsrat von John-Deere hat die Patenschaft übernommen.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

John Deere, Werksgelände (Lindenhof)
68163 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.472868568576, 8.47599425