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Ernestine Else Dreyfuss

geborene
Rogozinski
geboren am
Verfolgung

Jüdische Verkäuferin

1942 in Auschwitz ermordet

Kachelbild
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Text

Ernestine Dreyfuss kam am 2. Mai 1886 im damals preußischen Inowrazlaw/Hohensalza (heute Inowroclaw, Polen) als Ernestine Else Rogozinski zur Welt. Ihre Eltern waren der Kaufmann Max Rogozinski und seine Ehefrau Bertha geborene Spiro.

1913 zog Ernestine mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester Gertrud und dem sechs Jahre jüngeren Bruder Simon von Hohensalza/Inowroclaw nach Mannheim, wo der älteste Bruder, Michael (Jg. 1880) bereits seit 1906 lebte. Bis 1920 lebten Ernestine und Gertrud Rogozinski in gemeinsamen Wohnungen in der Mannheimer Innenstadt (G 7, 13, G 5, 17, H 2, 6/7, U 2, 8). Ernestine arbeitete als Verkäuferin im renommierten Hutmacher-Laden Geschwister Gutmann in G 3, 20.

Am 30. Dezember 1920 heiratete Ernestine den Mannheimer Kaufmann Theodor Dreyfuss. Die gemeinsame Tochter Ruth kam 1924 zur Welt. Bis 1937 lebte die Familie in den Quadraten (U 2, 8; ab 1929 in D 7, 17) und zog dann in die Neckarstadt-West (Langstraße 24) um.

Nach der „Arisierung“ des jüdischen Betriebs der Geschwister Gutmann verlor Ernestine Dreyfuss ihre Anstellung und konnte keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen.

Am 22. Oktober 1940 wurden Theodor, Ernestine und Ruth Dreyfuss nach Gurs deportiert und im März 1941 in das Lager Rivesaltes verlegt. Theodor Dreyfuss starb dort am 20. Februar 1942 im Alter von 64 Jahren.

Die Tochter konnte im Juli 1942 aus dem Lager entkommen und in die Schweiz flüchten. Ernestine Dreyfuss wurde am 14. August 1942 – ebenso wie ihre Schwester Gertrud Wolf – nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Die Stolpersteine zum Gedenken an Ernestine und Theodor Dreyfuss wurden 2012 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Langstr. 24 (Neckarstadt-West)
68169 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.497331723011, 8.4699759837296