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Eugen Sigrist

geboren am
Verfolgung

Kommunistischer Widerstandskämpfer
(Lechleiter-Gruppe)

1942 hingerichtet

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Eugen Sigrist wurde 1903 als viertes von sieben Kindern des Arbeiters Adolf Sigrist und dessen Ehefrau Luise geb. Haug in Gemmrighausen (Kreis Ludwigsburg) geboren und wuchs auf dem Waldhof auf. Nach dem Abschluss der Volksschule absolvierte er eine Ausbildung zum Dreher. 1929 heiratete er die aus Lyon stammende Margarete Louise Hildenbrand. Ab 1931 lebte das kinderlose Paar auf dem Luzenberg.

Eugen Sigrist war bereits in jungen Jahren politisch interessiert und sympathisierte mit der sozialistischen und kommunistischen Arbeiterbewegung. Ende der 1920er Jahre trat er der KPD bei und leitete die Ortsgruppe Mannheim-Luzenberg, die eng mit der Gruppe Waldhof/Gartenstadt zusammenarbeitete. Auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten blieb Sigrist in der Illegalität politisch aktiv. Im August 1933 wurde er vom Mannheimer Sondergericht wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, da er die verbotene „Arbeiter-Zeitung“ verbreitet haben soll.

Um 1940 unterstützte Sigrist den Wiederaufbau der Ortsgruppe der verbotenen „Roten Hilfe“ mit kleineren Geldspenden und stand als Arbeiter bei der Heinrich Lanz AG in Kontakt mit Ludwig Moldrzyk, der sich bemühte, eine Widerstandszelle im Werk aufzubauen. Eugen Sigrist unterstütze diese Betriebszelle und beteiligte sich 1941/42 an der Verteilung der Zeitschrift „Der Vorbote“, die von Antifaschisten um den ehemaligen KPD-Landtagsabgeordneten Georg Lechleiter hergestellt und in Mannheimer Industriebetrieben in Umlauf gebracht wurde.

Im Februar 1942 wurde Eugen Sigrist zusammen mit weiteren Mitgliedern der „Lechleiter-Gruppe“ verhaftet und am 15. Mai vom Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Am 15. September 1942 wurde er im Stuttgarter Justizgebäude hingerichtet.

Der Stolperstein zum Gedenken an Eugen Sigrist wurde 2009 auf dem Werksgelände der ehemaligen Heinrich Lanz AG (heute John Deere) verlegt. Die Patenschaft hat der Betriebsrat von John Deere übernommen.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

John Deere, Werksgelände (Lindenhof)
68163 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.472880718576, 8.476209
Verbundene Stolpersteine