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Hans Heilig

geboren am
Verfolgung

Sozialdemokratischer Widerstandskämpfer. Überlebte 10 Jahre Zuchthaus- und KZ-Haft

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Hans Heilig wurde am 4. Januar 1897 in Mannheim geboren und wuchs in der Neckarstadt-West auf. Der Sohn eines einfachen Tagelöhners trat schon ab 1913, im Alter von 16 Jahren, verschiedenen Fabrikarbeiter-Verbänden bei, ab 1914 war er in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) aktiv. 1922 trat er in die SPD ein. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Heilig im Mai 1933 für vier Wochen in „Schutzhaft“ genommen; weshalb er anschließend seine Arbeitsstelle verlor. Im September 1934 zog er mit seiner Frau Lina (geb. Hotz) von der Schwetzingerstadt nach Feudenheim in die Hauptstraße 83, wo das Ehepaar eine Mietwaschküche eröffnete. Diese Leihwäscherei diente fortan als Zentralablagestelle bzw. Verteilstation illegaler sozialdemokratischer Schriften für den gesamten deutschen Südwesten. Am 15. Dezember 1935 wurde Hans Heilig im Rahmen einer Gestapo-Aktion verhaftet und vom Volksgerichtshof zu einer achtjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach Verbüßung der Haft wurde er 1944 aus dem Zuchthaus in das Konzentrationslager Dachau „überstellt“, wo er am 29. April 1945 die Befreiung des Lagers durch die US-Armee erlebte.

Nach dem Krieg kehrte er nach Mannheim-Feudenheim zurück und heiratete 1947 ein zweites Mal (seine erste Frau Lina war im August 1943 an einem Herzleiden gestorben). Hans Heilig starb am 12. August 1973 in Mannheim-Feudenheim.

Die Patenschaft für den 2014 verlegten Stolperstein hat die Friedrich-List-Schule übernommen.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Hauptstr. 83 (Feudenheim)
68259 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.487205368585, 8.5274777