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Jakob Baumann

geboren am
Verfolgung

Sozialdemokratischer Widerstandskämpfer

8 Jahre Zuchthaus

1951 an den Folgen der Haft gestorben

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Text

Jakob Wilhelm Christian Baumann wurde am 20. April 1893 in Neckarau (1899 nach Mannheim eingemeindet) geboren. Nach dem Schulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und Feinmechaniker. Im Juli 1915 heiratete er Emma Schirrmann, mit der er zwei Kinder hatte.

Bis 1933 war Jakob Baumann Stadtverordneter der SPD und bis 1934 Betriebsratsvorsitzender der Heinrich-Lanz AG (heute John Deere) auf dem Lindenhof. Nach dem Verbot der SPD und der Zerschlagung der Gewerkschaften war Baumann in der Illegalität weiter politisch aktiv. Er gehörte 1935 zu den Delegierten einer Gewerkschaftstagung in Luxemburg und betätigte sich im Führungskreis der sozialdemokratischen Widerstandsarbeit. Zwischenzeitlich war er Bezirksleiter der illegalen sozialdemokratischen Organisation in Baden.

Mehrere unglückliche Zufälle führten 1937 zur Verhaftung von Jakob Baumann sowie seinen Genossen Hans Heilig und Richard Houssong. Baumann wurde wegen angeblichen Hochverrats zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt und war bis Kriegsende in Hohenasperg/Ludwigsburg inhaftiert.

Im Oktober 1945 wurde er in den Parteivorstand der Mannheimer SPD gewählt; von 1946 bis 1951 gehörte er dem Gemeinderat an und arbeitete als Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall. Die Reorganisation der Gewerkschaften und Betreuung von Verfolgten des NS-Regimes zählten zu den Hauptanliegen Baumanns, der im März 1946 in den Landesausschuss der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und einen Monat später zum Vorsitzenden der Mannheimer VVN gewählt wurde.

Am 31. März 1951 starb Jakob Baumann im Alter von nur 57 Jahren an den Folgen der jahrelangen Haft.

 

Der Stolperstein wurde 2011 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Mönchwörthstr. 51 (Almenhof)
68199 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.461852068568, 8.4878968