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Julius Droller

geboren am
Verfolgung

Jüdischer Kaufmann

1944 in Auschwitz ermordet

Kachelbild
Text

Der jüdische Kaufmann Julius Droller wurde am 12. Januar 1878 in Kleinsteinach (Unterfranken) geboren. Ab 1899 lebte er in Mannheim, wo er Inhaber eines Möbel- und Antiquitäten-Geschäfts war. Am 7. Januar 1907 heiratete er in Köln die sechs Jahre jüngere Emma Simons, die sodann zum Ehemann nach Mannheim zog. Zwischen 1907 und 1921 kamen hier die Kinder Alice, Kurt (wenige Tage nach der Geburt gestorben)), Felix, Sofie Lotte, Oskar und Franz Joachim zur Welt.

Ihren letzten Mannheimer Wohnsitz hatte die Familie ab 1922 in P 7, 22.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierten zunächst Sohn Felix, wenige Monate später das Ehepaar Julius und Emma Droller mit dem jüngsten Sohn Franz Joachim in die Niederlande. Die älteste Tochter Alice (die als erfolgreiche Schauspielerin und Kabarettistin unter dem Künstlernamen Alice Dorell bald einen gewissen Bekanntsheitsgrad erlangte) sowie der zunächst für eine Berufsausbildung nach Straßburg verzogene Sohn Oskar folgten später. Im Juni 1934 flüchtete auch Tochter Sofie Lotte (verheiratete Kullmann) mit ihrer Tochter zur Familie nach Den Haag, sodass die Familie in den Niederlanden für einige Zeit wieder vereint war. Julius Droller betrieb in Holland eine kleine Pension, die er nach seiner Tochter Alice benannte.

Im Zuge der deutschen Besatzung der Niederlande 1940 mussten die Drollers nach Utrecht umziehen. Sofie Lotte konnte in den folgenden Monaten untertauchen und überlebt mit ihrer Tochter den Krieg. Felix war bereits 1938 nach Frankreich emigriert und überlebte als Soldat der französischen Fremdenlegion.

Die anderen Familienmitglieder wurden im Januar und Februar 1942 verhaftet und in das Durchgangslager Westerbork verschleppt. Alice und Oskar wurden von dort am 15. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet; Franz Joachim starb im April 1945 im KZ Bergen-Belsen. Julius und Emma Droller wurden Anfang 1944 in das Ghetto Theresienstadt verschleppt und am 16. Mai nach Auschwitz deportiert. Vermutlich wurden sie am 7. Juli ermordet.

 

Die Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Droller wurden 2016 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

P 7, 22 (Planken, Innenstadt)
68161 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.485848292385, 8.4739964165329