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Ludwig Klopfer

geboren am
Verfolgung

Jüdischer Kaufmann

1942 in Auschwitz ermordet

Kachelbild
Text

Der jüdische Kaufmann Ludwig Klopfer wurde am 7. April 1892 in Mannheim als zweites Kind von Siegfried Klopfer und Hermine Klopfer geborene Pappenheim geboren. Die Familie, zu der noch Ludwigs drei Jahre älterer Bruder Paul gehörte, lebte in der Goethestraße 4 in der Oststadt.

Am 24. August 1922 heiratete Ludwig Klopfer in Mannheim Berta Alice Adler (geb. 1900); am 2. November 1924 kam die gemeinsame Tochter Marie Luise zur Welt.

Bis 1930 war Ludwig Klopfer Direktor der Effektenabteilung der Mitteldeutschen Kreditbank in Mannheim; 1930-1938 war er als Prokurist bei der Firma Bensinger GmbH in Mannheim tätig, welche seinem Vater und seinem Bruder Paul gehörte. Nach der „Arisierung“ des Betriebs fand er offenbar keine Anstellung mehr.

Ludwig, Berta und Marie lebten zunächst in O 3, 1, anschließend in der Karl-Ludwig-Straße (1925-1933), der Augustaanlage 21 (1933-1937) sowie der Charlottenstraße 3 (1937-1940, heute Rathenaustraße). Am 2. Oktober 1939 starb Berta Klopfer an Brust- oder Leberkrebs. Ein Jahr später, am 7. Oktober 1940, zog Ludwig mit Marie Luise in die Lameystraße 4 um.

Zwei Wochen nach dem Umzug, am 22. Oktober 1940, wurden Vater und Tochter nach Gurs deportiert; im März 1941 wurden beide in das Lager Rivesaltes „überstellt“. Während Marie Luise aus dem Lager entkommen und in die Schweiz flüchten konnte, blieb der Vater bis September 1942 in Rivesaltes inhaftiert und wurde zur Zwangsarbeit (u.a. für die „Organisation Todt“) herangezogen. Am 13. September 1942 wurde Ludwig Klopfer in das Durchgangslager Drancy bei Paris verschleppt und von dort drei Tage später nach Auschwitz deportiert. Er wurde für tot erklärt.

 

Der Stolperstein zum Gedenken an Ludwig Klopfer wurde 2014 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Rathenaustr. 3 (Oststadt)
68165 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.487305768585, 8.4798718