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Marie Luise Brink

geborene
Klopfer
geboren am
Verfolgung

Deportiert nach Gurs und Rivesaltes

Flucht in die Schweiz

Überlebt

Kachelbild
Text

Marie Luise Brink wurde am 2. November 1924 als Marie Luise Klopfer in Mannheim geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Ludwig Klopfer und seine Ehefrau Berta, geborene Adler.

Nach der Volksschule besuchte Marie Luise ab 1935 das Liselotte-Gymnasium, das sie 1938 als Jüdin verlassen musste.

Die Familie lebte anfangs in O 3, 1, anschließend in der Karl-Ludwig-Straße (1925-1933), der Augustaanlage 21 (1933-1937) sowie der Charlottenstraße 3 (1937-1940, heute Rathenaustraße). Am 2. Oktober 1939, einen Monat vor Marie Luises 15. Geburtstag, starb ihre Mutter Berta an Brust- oder Leberkrebs.

Am 7. Oktober 1940 zog Ludwig Klopfer mit seiner Tochter in die Lameystraße 4 um.

Zwei Wochen nach dem Umzug, am 22. Oktober 1940, wurden Ludwig und Marie Luise Klopfer nach Gurs deportiert; im März 1941 wurden beide in das Lager Rivesaltes „überstellt“. Hier trennten sich ein Jahr später die Wege von Vater und Tochter. Ludwig Klopfer blieb bis September 1942 in Rivesaltes inhaftiert und wurde in Auschwitz ermordet.

Marie Luise konnte dagegen Ende März 1942 von einer Hilfsorganisation aus Rivesaltes befreit und in einem Kinderheim untergebracht werden. Als eine erneute Verhaftung drohte, flüchtete sie aus dem Heim, versteckte sich in Wäldern, bei Partisanen und in einem Kloster. Anfang November 1942 gelangte sie zu ihren Großeltern in die Schweiz.

Nach dem Krieg absolvierte sie in Zürich eine medizinische Ausbildung und arbeitete als Praxishilfe und medizinische Laborantin. 1953 heiratete sie Klaus Engelhard Brink aus Salzgitter, mit dem sie 1960 in die USA emigrierte.

 

Der Stolperstein wurde 2014 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Rathenaustr. 3 (Oststadt)
68165 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.487270920428, 8.4797430539673