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Max Erlanger

geboren am
Verfolgung

Jüdischer Kaufmann

Gestorben 1940

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Der Fabrikant Max Erlanger wurde am 13. Dezember 1865 in Altenstadt geboren. 1901 zog er mit seiner Ehefrau Lina (Karoline) geb. Kuhn und dem 1899 geborenen Sohn Lothar Heinz nach Mannheim, wo er zunächst als Prokurist in der Eisen- und Metallhandelsfirma M. Marum GmbH tätig war. 1903 kam der zweite Sohn, Fritz Horst, in Mannheim zur Welt.

Ab 1912 war Max Erlanger Geschäftsführer und zusammen mit seinem Bruder Josef Mitinhaber der Firma M. Marum GmbH, welche zeitweise auch eine Filiale in Mailand besaß. Darüber hinaus gehörte der Familie die Süddeutsche Eisenhandel AG und sie war an zwei Firmen in Freiburg und Bruchsal beteiligt. In den 1920er Jahren stieg Sohn Lothar in die Firmengeschäfte ein.

Max, Lina, Lothar und Fritz Erlanger lebten zunächst in B 6, 1, anschließend im Haus Luisenring 21 sowie später in D 7, 14. Im Jahr 1919 bezog die Familie ein großes, elegantes Haus in der Charlottenstraße 1 (heute Rathenaustraße).

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war die jüdische Familie zunehmenden Repressalien ausgesetzt. Im November 1934 führte das „Hakenkreuzbanner“ (Parteizeitung der NSDAP für Mannheim und Baden) eine antisemitische Hetz- und Verleumdungskampagne gegen den Sohn Fritz, die Familie und die Firma M. Marum GmbH, was zu deutlichen Umsatzeinbußen und letztlich dem Verkauf der Firma („Arisierung“) führte.

Max Erlanger Bruder Josef emigrierte 1938 mit seiner Familie nach Italien; Sohn Lothar floh nach Frankreich und von dort 1942 in die Schweiz. Der jüngere Sohn Fritz konnte zunächst ebenfalls nach Südfrankreich fliehen, wurde jedoch im November 1941 verhaftet und nach Gurs verschleppt. 1944 wurde er in Auschwitz ermordet. Seine Mutter Lina wurde am 22. Oktober 1940 von Mannheim nach Gurs deportiert. Ob sie dort starb oder in Auschwitz ermordet wurde, ist nicht bekannt. Sie wurde zum 7. Juni 1944 für tot erklärt.

Max Erlanger starb am 11. Oktober 1940 – elf Tage vor der Deportation der badischen und pfälzischen Juden nach Gurs – im Alter von 74 Jahren in Mannheim.

 

Die Stolpersteine für die Familie Erlanger wurden 2012 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020

 

Literaturhinweis: Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim, Ubstadt-Weiher 2013. Darin: Exkurs 3: "Bis ins kleinste Schwarzwalddorf derart angeprangert": Die Pressekampagne gegen Fritz Erlanger und die M. Marum GmbH, S. 110-114.

Adresse

Rathenaustr. 1 (Oststadt)
68165 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.487487418585, 8.4794038