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Moritz Oppenheimer

geboren am
Verfolgung

Leiter des Israelitischen Waisenhauses

Ermordet in Auschwitz

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Moritz Oppenheimer wird 1878 in Fränkisch Crumbach (Odenwald) als Sohn von Isaak Oppenheimer und seiner Frau Johanna geborene Rohrheimer geboren. Als Zigarrenfabrikant, Gründungsmitglied des SPD-Ortsvereins, Gemeinderatsmitglied von 1913-1929 und kurzzeitig stellvertretendes Mitglied im Oberrat des Landesverbands der Israelitischen Religionsgemeinden in Hessen ist er in Fränkisch Crumbach eine bekannte Persönlichkeit.

1907 heiratet er zum ersten Mal. Die Kinder Anni, Ernst und Werner kommen zwischen 1910 und 1917 zur Welt. 1924 heiratet er die Mathematikerin, Naturwissenschaftlerin und Lehrerin Margarethe Krämer; das Ehepaar bekommt vier gemeinsame Kinder: Hannah (Jg. 1925), Ruth (Jg. 1929), Michael (1930) und Feodora (1934).

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ist die jüdische Familie zunehmenden Repressalien ausgesetzt. Die Zigarrenfabrik muss noch 1933 schließen. 1938 wird das Ehepaar Oppenheimer gezwungen, sein großes Haus in Fränkisch Crumbach weit unter Wert zu verkaufen. Moritz Oppenheimer und der Sohn Ernst (aus erster Ehe) werden im November 1938 verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Während Ernst nach kurzer Zeit entlassen wird und umgehend in die USA auswandert, kehrt Moritz Oppenheimer einige Wochen später krank und geschwächt nach Fränkisch Crumbach zurück, wo Margarethe ihn pflegt und wieder zu Kräften verhilft.

Im Februar 1939 zieht die Familie nach Mannheim, wo Margarethe Oppenheimer gemeinsam mit ihrem Mann die Leitung des seit 1893 bestehenden Israelitischen Waisenhauses in R 7, 24 übernimmt.

Im Sommer 1939 gelingt es dem Ehepaar, die beiden Töchter Hannah und Ruth (14 und 10 Jahre alt) mit einem Kindertransport nach England zu retten. Margarethe und Moritz Oppenheimer werden dagegen zusammen mit den beiden jüngsten Kindern Michael und Feodora sowie allen Kindern des Waisenhauses am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert.

Michael und Feodora können dank jüdischen Hilfsorganisationen der „Hölle von Gurs“ entkommen und bis zur Befreiung versteckt werden.

Moritz und Margarethe Oppenheimer werden am 16. August 1942 über das Durchgangslager Drancy nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Die Stolpersteine zum Gedenken an Margarethe und Moritz Oppenheimer wurden 2019 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

R 7, 24
68161 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.48711281688, 8.4751446181229