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Philipp Brunnemer

geboren am
Verfolgung

Sozialdemokratischer/Sozialistischer Widerstandskämpfer (Lechleiter-Gruppe)

1942 hingerichtet

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Der Werkmeister Philipp Brunnemer wurde am 19. April 1867 in Weingarten (Pfalz) geboren. Er war verheiratet mit Luise geborene Wüst; 1894 kam die gemeinsame Tochter Katharina „Käthe“ (verheiratete Seitz) in Ludwigshafen zur Welt.

Philipp Brunnemer trat bereits 1890 in die SPD ein, der er bis zum Parteiverbot 1933 angehörte. Ab Herbst 1933 beteiligte er sich in der illegalen Stadtteilgruppe der KPD in der Gartenstadt. Zusammen mit der Tochter und dem Schwiegersohn Alfred Seitz gehörte Brunnemer später der Widerstandsgruppe um Georg Lechleiter an, die 1941 vier Ausgaben der illegalen antifaschistischen Zeitung „Der Vorbote“ produzierte und in Umlauf brachte. Die Flugschriften wurden im Keller des Hauses von Philipp und Luise Brunnemer im damaligen Margueritenweg 3 gedruckt. Eine fünfte Ausgabe sollte im Februar 1942 erscheinen, doch dazu kam es nicht mehr. Am 26. Februar verhaftete die Gestapo führende Köpfe der Widerstandsgruppe, weitere Antifaschisten wurden in den folgenden Wochen und Monaten verhaftet.

Der im Mannheimer Amtsgericht tagende Volksgerichtshof verurteilte Philipp Brunnemer wegen Hochverrats zum Tode. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Lechleiter-Gruppe wurde er am 15. September 1942 im Alter von 75 Jahren im Stuttgarter Justizgebäude hingerichtet.

 

Im Juli 1945 beschloss der Mannheimer Gemeinderat die Umbenennung des Margueritenwegs in Philipp-Brunnemer-Weg. Der Stolperstein wurde 2017 verlegt; die Patenschaft trägt der SPD-Ortsverein Gartenstadt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020

Adresse

Philipp-Brunnemer-Weg 3 (Gartenstadt)
68305 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.527287818611, 8.4956668
Verbundene Stolpersteine