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Rosa Eckel

geborene
Stuck
geboren am
Verfolgung

Wegen Plünderung zum Tode verurteilt

Am 22.12.1943 hingerichtet

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Rosa Eckel kam am 16. April 1913 als 6. Kind des Taglöhners Franz Stuck und der Hausfrau Elisabeth geborene Kilthau in Mannheim zur Welt und wuchs in der Neckarstadt-West auf. Nach dem Abschluss der achtjährigen Volksschule arbeitete sie bei verschiedenen Firmen, zuletzt mehrere Jahre in der Schuhfabrik Herbst. Im Dezember 1936 heiratete sie den Monteur Josef Georg Eckel, mit dem sie in der Stamitzstraße lebte; der gemeinsame Sohn kam 1941 zur Welt. Im Oktober 1942 wurde die Ehe geschieden.

Ab Dezember 1942 war Rosa Eckel Pächterin des Hauses Gutemannstraße 14 (heute: Lupinenstraße), wo sie ein Bordell betrieb, in dem fünf weitere Frauen lebten und als Prostituierte arbeiteten. Bei einem alliierten Bombenangriff in der Nacht vom 16. auf den 17. April 1943 wurde das Gebäude teilweise beschädigt; das Nachbarhaus – ebenfalls ein Bordell – wurde nahezu völlig zerstört. Am nächsten Tag bargen Rosa Eckel und ihre Untermieterin Margarethe Stögbauer im Keller des in Trümmern liegenden Nachbarhauses einige Flaschen Wein, Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, die sie mitnahmen und mit den anderen Frauen der Gutemannstraße 14 teilten. Drei Monate später denunzierte der Eigentümer des Hauses Rosa Eckel und Margarethe Stögbauer bei der Staatsanwaltschaft, warf den Frauen Plünderung vor und diffamierte sie als „Parasiten“.

Am 7. August wurden Eckel und Stögbauer verhaftet und am 15. November in einem Schnellverfahren vor dem Mannheimer Sondergericht wegen Plünderung nach § 1 der „Volksschädlingsverordnung“ zum Tode verurteilt. Im Urteil des Sondergerichts, gegen das keine Rechtsmittel eingelegt werden konnten, wurden die beiden Frauen schuldig gesprochen, „2 Groß Präservative, 2 Schürzen, 1 Flasche Maschinenöl, 2 Kanister Leinöl, 6-8 Pfund Zwiebeln, 2 Dosen Gurken, 15 Dosen Gemüse, 10 Bündel Holz, 10-15 Flaschen Wein“ gestohlen und sich damit außerhalb der „Volksgemeinschaft“ gestellt zu haben.

Gnadengesuche von Rechtsanwälten, Angehörigen und Frauen aus der Gutemannstraße blieben erfolglos. Rosa Eckel und Margarethe Stögbauer wurden am Morgen des 22. Dezember 1943 im Lichthof des Justizgebäudes in der Stuttgarter Urbanstraße mit dem Fallbeil hingerichtet. Rosa Eckel wurde 30 Jahre alt.

Die Leichname wurden der Heidelberger Anatomie zu Forschungszwecken übergeben. Eine würdige Beisetzung der beiden Opfer der nationalsozialistischen Terror-Justiz war damit nicht möglich.

 

Die Stolpersteine für Rosa Eckel und Margarethe Stögbauer wurden initiiert vom Arbeitskreis Justiz und Geschichte des Nationalsozialismus in Mannheim e.V. (AK Justiz), der auch die Patenschaften übernommen hat. Sie wurden 2009 verlegt und befinden sich an der Ecke Lupinenstraße/Mittelstraße.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020

Adresse

Mittelstr. (Ecke Lupinenstr., Neckarstadt-West)
68169 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.50277928403, 8.4612587857987