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Siegfried Rosenzweig

geboren am
Verfolgung

Als Jude verfolgt

1942 in Auschwitz ermordet

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Siegfried Rosenzweig wurde 1894 als sechstes von sieben Kindern des jüdischen Schuhmachers Simon Rosenzweig und dessen Ehefrau Therese geb. Gimpel in Mannheim geboren und wuchs in der Innenstadt auf. Nach dem Abschluss der Volksschule absolvierte er eine Lehre zum Installateur und Klempner und legte um 1913 seine Meisterprüfung ab. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich bereits 1914 freiwillig zum Kriegsdienst. Ende des Jahres 1918 kehrte er nach Mannheim zurück, wo er im Juli 1921 Hedwig Ginsberger heiratete. Im selben Jahr gründete Siegfried Rosenzweig einen eigenen Installateursbetrieb. Die Werkstatt befand sich im Erdgeschoss des Hinterhauses des Grundstücks C 2, 2; wohnhaft war Siegfried Rosenzweig seit 1918 in K 2, 25.

Im Juni 1922 kam die Tochter Thea zur Welt; das Mädchen starb jedoch 1925 im Alter von nicht einmal drei Jahren. 1927 wurde die Tochter Lea geboren.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war auch die Familie Rosenzweig den antijüdischen Repressalien ausgesetzt. Vater Siegfried bemühte sich daher spätestens 1937/38 um Einreise-Visa in die USA, um mit Frau und Tochter nach Übersee zu emigrieren. Nach den Novemberpogromen 1938 wurde Siegfried Rosenzweig für knapp drei Wochen im KZ Dachau inhaftiert. Nach der Rückkehr aus der KZ-Haft wurde er zur Aufgabe seines Betriebs zum 31.12.1938 gezwungen. In einem Schreiben an das badische Finanz- und Wirtschaftsministerium vom 10. Dezember bat er um eine Ausnahmegenehmigung, um die Werkstatt bis zur – erhofften – Emigration weiterführen und Geld für die Ausreise verdienen zu können. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt; die Bemühungen um US-Visa blieben glücklos.

Am 22. Oktober 1940 wurden Siegfried, Hedwig und Lore Rosenzweig nach Gurs deportiert. Anfang 1941 wurde die Familie zusammen in das Lager Rivesaltes überstellt. Lore, damals 13 Jahre alt, konnte aus dem Lager befreit und von der Hilfsorganisation OSE (Œuvre de secours aux enfants) zunächst in Kinderheimen untergebracht werden, bevor sie ab Ende 1943 mit falscher Identität in Saint-Etienne lebte. Sie überlebte und emigrierte 1948 in die USA, ab 1951 lebte sie in einem Kibbuz in Israel.

Siegfried und Hedwig Rosenzweig wurden im August 1942 über das Durchgangslager Drancy nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Die Stolpersteine zum Gedenken an Hedwig und Siegfried Rosenzweig wurden 2013 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

K 2, 25 (Innenstadt)
68159 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.492758918589, 8.4685356