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Sofie Lotte Kullmann

geborene
Droller
geboren am
Verfolgung

Als Jüdin verfolgt

Emigration 1934

Kachelbild
Text

Lotte Kullmann wurde am 20. April 1910 als Sofie Lotte Droller in Mannheim geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Julius Droller und dessen Ehefrau Emma geborene Simons. Die jüdische Familie, zu der des Weiteren die Geschwister Alice (geb. 1907), Kurt (geb. 1908, gest. als Säugling), Felix (geb. 1912), Oskar (geb. 1926) und Franz Joachim (geb. 1921) gehörten, wohnten nach mehreren Umzügen zwischen Innenstadt und Schwetzinger-/Oststadt ab 1922 in P 7, 22.

Am 3. Januar 1929 heiratete Lotte den katholischen Innenarchitekten Georg Kullmann; im Jahr darauf wurde die Tochter Doris geboren. Im September 1933 konvertierten Mutter und Tochter zum katholischen Glauben.

Lotte und Doris Kullmann emigrierten im Juni 1934 in die Niederlande, wohin Lottes Eltern und Geschwister in den vorangegangenen Monaten bereits geflohen waren. Der Ehemann folgte ihnen später nach. Nach der deutschen Besatzung der Niederlande blieb Lotte aufgrund ihrer „privilegierten Mischehe“ mit einem „Arier“ und dank der Untzerstützung niederländischer Freundinnen und Freunde von den Deportationen verschont und erlebte mit Mann und Tochter das Kriegsende in Holland. Sie starb 1986 in Den Haag.

Aus Lottes Familie hat lediglich der zwei Jahre jüngere Bruder Felix überlebt. Die Eltern sowie die Geschwister Alice und Oskar wurden in Auschwitz ermordet; der Bruder Franz Joachim starb kurz vor der Befreiung im KZ Bergen-Belsen.

 

Die Stolpersteine zum Gedenken Sofie Lotte Kullmann und ihre Familie wurden 2016 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

P 7, 22 (Planken, Innenstadt)
68161 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.485796018584, 8.4741949