Hans-Reschke-Ufer

Stadtteil
Neuostheim
Suchgitter
O,64/65
Beginn der Straße
Riedbahnbrücke
Ende der Straße
Carlo-Schmid-Brücke
Vormals
Paul-Martin-Ufer
Historisches
Taufbezirk nach Mannheimer Oberbürgermeistern.Dr. Dr. hc. Hans Reschke (1904-1995), Mannheimer Oberbürgermeister.Nach seinem Jurastudium in Heidelberg, das er mit der Promotion beendete, war Reschke in mehreren Gemeinden als Regierungsreferendar und Regierungsassessor tätig. Seit 1933 NSDAP-Mitglied, arbeitete er 1934-1945 als Landrat in den Landkreisen Höxter und Recklinghausen. Seit seiner Amtszeit als Landrat hatte er den Rang eines SS-Untersturmführers inne und war Mitglied im Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, sowie Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. 1945-1947 wurde er von den Alliierten in Internierungshaft genommen.1948-1951 arbeitete er als Geschäftsführer des Instituts zur Förderung öffentlicher Angelegenheiten in Frankfurt am Main. Auf Wunsch von Oberbürgermeister Heimerich wurde Reschke 1951 Hauptgeschäftsführer der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar in Mannheim zur interkommunalen Zusammenarbeit der Städte Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Frankenthal. 1954 folgte seine Amtszeit als Hauptgeschäftsführer der Mannheimer Industrie-und Handelskammer. 1955 wurde er in der Wahl zum Oberbürgermeister als Gegenkandidat zum Sozialdemokraten Werner Jakobi aufgestellt und mit 51% der Stimmen gewählt. Aufgrund seiner bekanntgewordenen NS-Vergangenheit wurde die Wahl zunächst für ungültig erklärt und ein Gerichtsverfahren eingeleitet. 1956 trat er das Amt des Mannheimer Oberbürgermeisters als Nachfolger von Hermann Heimerich an. Unter seiner Amtszeit wurden die Wohngebiete Waldhof-Ost und Vogelstang angelegt und die Fernwärmeversorgung ausgebaut. Die Friesenheimer Insel wurde für die Industrie erschlossen und die zweite Rheinbrücke gebaut. Die Wirtschaftshochschule wurde zur Universität ausgebaut und die städtischen Krankenanstalten zum Klinikum Mannheim erweitert. Im kulturellen Leben engagierte er sich besonders für das Nationaltheater.Als ihm 1962 die Funktion des Hauptgeschäftsführers beim Deutschen Städtetag in Köln angeboten wurde, bewiesen ihm die Mannheimer eine besondere Ehre, als Tausende mit einem Fackelzug für sein Verbleiben in Mannheim demonstrierten. Bei seiner Wiederwahl 1964 wurde er mit Unterstützung der SPD mit 99,8 % als Oberbürgermeister bestätigt. Reschke galt aufgrund seiner kultivierten und eleganten Persönlichkeit als Aristokrat der Rede und Gestik. Der hochqualifizierte Verwaltungsfachmann und begnadete Rhetoriker war für viele Mannheimer der Idealtyp eines modernen und weltoffenen Stadtoberhaupts.
Bemerkungen
Umbenennung des süd-östlichen Teilstücks des "Paul-Martin-Ufers" in "Hans Reschke Ufer" durch Gemeinderatsbeschluss vom 26.11.1996.
Beschlussdatum
Gremium
Gemeinderat