Plakatsammlung

Plakate gehören zu den visuell eindrücklichsten Archivalien, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie das Ziel haben, Botschaften in einer knappen und klaren Bildsprache zu vermitteln. Ob an Bretterzäunen, Mauern, Litfaßsäulen oder in Vitrinen – Plakate sind ein wichtiges Medium der Moderne, in der Informationen, Zeitstimmungen und Werbung nicht zuletzt mit Lokalkolorit, öffentlich und direkt an die Frau bzw. den Mann gebracht werden.

Die Plakatsammlung des MARCHIVUM reicht von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart und umfasst rund 14.000 Exemplare. Das älteste farbige Plakat im Bestand entstand kurz nach 1900: ein Werbeplakat der Radfabrik Heinrich Propfe mit einem Fahrradfahrer im Vorder- und dem neu angelegten Friedrichsplatz im Hintergrund (PK06133). Bedeutende zeitgeschichtliche Dokumente sind insbesondere die Plakate seit dem Ersten Weltkrieg. Die Zeichnung von Kriegsanleihen findet sich hier ebenso wie die Wahlkämpfe der 1920er Jahre, die Parolen der NS-Diktatur, die Nöte der Nachkriegszeit wie auch das kulturelle Leben in den 1950er und 1960er Jahren.

Die Rationalisierung der Druckverfahren und die damit verbundenen günstigeren Preise beim Druck haben zur Konsequenz, dass die Zahl der veröffentlichten Plakate seit den 1980er Jahren drastisch gestiegen ist – und damit auch die der archivierten Plakate. Derzeit kommen rund 400 Plakate jährlich hinzu, wobei in der Regel nur solche mit Bezug zu Mannheim in die Sammlung gelangen. Aufgrund des umfangreichen Einsatzes von Plakaten als Werbe-, Meinungs- und Informationsmedium gibt die Sammlung nicht nur schlaglichtartige Einblicke in das politische und kulturelle Geschehen, sie illustriert vielmehr auch laufend das Zeitgeschehen.

Recherche und Zitierweise

Die Plakatsammlung ist komplett digitalisiert und ist über unsere Online-Datenbank recherchierbar. Die Signaturen haben folgendes Schema: [PK][laufende Nummer], z.B.: PK00234

Bei Veröffentlichungen ist nach folgendem Schema zu zitieren: MARCHIVUM, Plakatsammlung, PK000234

Literaturhinweis

Die Plakatbestände des MARCHIVUM und des Stadtarchivs Karlsruhe – Institut für Stadtgeschichte bildeten vor einigen Jahren die Grundlage dreier Ausstellungen über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Jahre, die NS- und die Nachkriegszeit. Dazu erschienen folgende Kataloge (z.T. über unseren Shop erhältlich):

Geschichte im Plakat, 1914 – 1913, Katalog zur Ausstellung der Stadtarchive Karlsruhe und Mannheim – Institute für Stadtgeschichte, Red. Ernst Otto Bräunche, Ulrich Nieß, 2004.

Geschichte im Plakat 2, 1933 – 1945, Katalog zur Ausstellung der Stadtarchive Karlsruhe und Mannheim – Institute für Stadtgeschichte, Red. Ernst Otto Bräunche, Ulrich Nieß, 2005.

Keine Experimente? Nachkriegszeit und Ära Adenauer im Plakat, Begleitheft (mit CD) zur Ausstellung Geschichte im Plakat 1945 – 1963 der Stadtarchive Karlsruhe und Mannheim – Institute für Stadtgeschichte, bearbeitet von Andreas Schenk, 2008.