Chronik

Kurfürst Friedrich IV. legt 1606 den Grundstein zur Festung Friedrichsburg und erlässt 1607 Stadtprivilegien, um Zuwanderer aus ganz Europa anzuziehen.

1606/07
1606/07

Pfalzgraf Johann von Zweibrücken verleiht der Stadt Jahrmarktprivilegien auf den 1. Mai und 22. September. In dieser Tradition stehen der heutige Maimarkt und die beiden Vergnügungsmessen.

1613
1613

Der Heerführer der katholischen Liga, Graf von Tilly, erobert und zerstört Stadt und Festung im Dreißigjährigen Krieg.

1622
1622

Unter maßgeblicher Beteiligung französischer, wallonischer und flämischer Kolonisten wird Mannheim wieder aufgebaut. Kurfürst Karl Ludwig verleiht neue Stadtprivilegien.

1652
1652

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstören französische Truppen Mannheim, das in Stadt und Festung ca. 6 500 Menschen zählt.

1689
1689

Der Wiederaufbau der Stadt unter Kurfürst Johann Wilhelm beginnt. Um die geflohenen Bürger zur Rückkehr zu bewegen und neue Zuwanderer anzuziehen, erlässt der Kurfürst 1698 erweiterte Privilegien.

1697
1697

Grundsteinlegung zum Rathaus in F 1.

1700
1700

Kurfürst Karl Philipp verlegt Hofhaltung und Staatsverwaltung von Heidelberg nach Mannheim und lässt das Residenzschloss errichten (Ende der Bautätigkeit 1760).

1720
1720

Baubeginn für das Kaufhaus in N 1 am Paradeplatz. Es wurde 1747 vollendet. Während des Luftangriffs vom 5./6. September 1943 wird es weitgehend zerstört, und nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen. An seiner Stelle steht seit 1991 das Stadthaus.

1725
1725

Grundsteinlegung zur Jesuitenkirche, der größten Barockkirche am Oberrhein. Sie wird im Jahr 1760 vollendet.

1733
1733

Kurfürst Karl Theodor stiftet die kurpfälzische Akademie der Wissenschaften und 1775 die Deutsche Gesellschaft.

1763
1763

Astronom Christian Meyer bezieht die neue Sternwarte, die ab 1820 zum Ausgangspunkt der Vermessung („Triangulierung“) des Großherzogtums Baden wird.

1774
1774

Um die bayerische Erbschaft antreten zu können, verlegt Kurfürst Karl Theodor seine Residenz von Mannheim nach München. Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg wird mit der Leitung des Nationaltheaters betraut, das der Kurfürst im ehemaligen Zeughaus (Waffenarsenal) einrichten lässt.

1778
1778

Friedrich Schillers Jugendwerk „Die Räuber“ wird in Anwesenheit des Dichters im Nationaltheater uraufgeführt.

1782
1782

Mannheim wird in den Koalitionskriegen von den Franzosen besetzt; bei der Rückeroberung durch österreichische Truppen erleidet die Stadt durch Artilleriebeschuss schwere Zerstörungen.

1795
1795

Die Festungsanlagen werden geschleift, und das frei werdende Gelände rund um die Stadt wird als Erweiterung der Quadratestruktur bis 1821 neu angelegt.

1799
1799

Mannheim fällt an Baden.

1802/03
1802/03

Karl Drais unternimmt am 12. Juni mit seiner Laufmaschine (Vorläufer des Fahrrads) die erste Fahrt von Mannheim zum Relaishaus an der Schwetzinger Chaussee (heute Rheinau).

1817
1817

Grundsteinlegung für den ersten Mannheimer Hafen, der 1840 eingeweiht wird. 

1834
1834

Eröffnung der ersten badischen Eisenbahnstrecke Mannheim-Heidelberg. Der Bahnhof befindet sich beim heutigen Tattersall.

1840
1840

Einweihung der Kettenbrücke als erster fester Neckarübergang. Erweiterung des ersten Mannheimer Hafens. 1891 wird die Kettenbrücke durch die Friedrichsbrücke ersetzt, Vorläuferin der heutigen Kurpfalzbrücke.

1845
1845

Mannheim ist Zentrum der badischen Revolution, die blutig niedergeschlagen wird.

1848
1848

Die Handelskammer beschließt die Errichtung einer Produktenbörse. 

1862
1862

Die Rheinbrücke für den Eisenbahnverkehr wird eröffnet.

1867
1867

Unterzeichnung der revidierten Rheinschifffahrtsakte, der sogenannten Mannheimer Akte, im Schloss. Sie bildet bis heute die Rechtsgrundlage der freien Rheinschifffahrt.

1868
1868

Eröffnung des Mühlauhafens. 

1875
1875

Der bis heute bestehende Hauptbahnhof wird in Betrieb genommen. 

1876
1876

Carl Benz, der seit 1883 in Mannheim eine Fabrik für Gasmotoren betreibt, lässt sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ patentieren und macht am 3. Juli eine erste Probefahrt: die Geburtsstunde des Automobils. Zwei Jahre später unternimmt Bertha Benz mit dem „Patent-Motorwagen“ die erste „Überlandreise“ nach Pforzheim.

1886
1886

Der Wasserturm am Friedrichsplatz, heute Wahrzeichen der Stadt, wird vollendet. 

1889
1889

Der Luisenpark zwischen Neckar und Oststadt, benannt nach der badischen Großherzogin, wird zur öffentlichen Benutzung freigegeben. 

1894
1894

Die Stadt erwirbt von Sandhofen die Friesenheimer Insel und beginnt mit dem Bau des Industriehafens. 

1895
1895

Mit der Eingemeindung Käfertals wird das Industriegebiet Waldhof der Stadt eingegliedert. Mannheim zählt nun über 100 000 Einwohner und ist damit Großstadt. Bis 1913 folgen die Eingemeindungen Neckaraus (1899), Feudenheims (1910) sowie Sandhofens und Rheinaus (1913). Mit den Eingliederungen Wallstadts (1929), Friedrichsfelds (1930) und Seckenheims (1930) wird der Prozess der Eingemeindungen abgeschlossen.  

1897
1897

Eröffnung einer privaten Ingenieurschule, aus der 1962 die staatliche Ingenieurschule hervorgeht, heute Hochschule Mannheim.

1898
1898

Das städtische Elektrizitätswerk am Industriehafen nimmt seinen Betrieb auf.

1899
1899

Die erste Elektrische Straßenbahn rollt durch Mannheim und löst die Pferdebahn ab.

1901
1901

Einweihung der Festhalle Rosengarten am Friedrichsplatz 

1903
1903

Die Handelshochschule nimmt ihren Lehrbetrieb auf (feierliche Eröffnung 1907 zum Stadtjubiläum); aus ihr geht die Wirtschaftshochschule hervor, die 1967 zur Universität erhoben wird.

1905
1905

Mannheim feiert sein 300-jähriges Stadtjubiläum u.a. mit einer „Internationalen Kunst- und Großen Gartenbau-Ausstellung“.
Eröffnung der Kunsthalle zum Stadtjubiläum.

Offizielle Einweihung des sich bereits in Betrieb befindenden Industriehafens.

1907
1907

Der Unternehmer Karl Lanz und der Ingenieur Johann Schütte schließen einen Vertrag mit dem Ziel, ein Luftschiff zu bauen. Am 17. Oktober startet das Luftschiff SL von Rheinau zum Probeflug.

1911
1911

Im Ersten Weltkrieg werden 46 Luftangriffe mit neun Toten und 22 Verletzten registriert.

1915
1915

Eröffnung des mit einer Stiftung des Stadtrats und Kaufmanns Bernhard Herschel finanzierten und nach ihm benannten Hallenbads in U 3 Baubeginn war 1912.

1920
1920

Fritz Huber konstruiert bei der Firma Lanz den ersten Rohölschlepper, der so genannte Lanz-Bulldog.

Die Großkraftwerk Mannheim AG wird gegründet.

1921
1921

Eröffnung des Reiß-Museum (seit 2001 Reiß-Engelhorn-Museen) im ehemaligen Zeughaus in C 5. 

1925
1925

Inbetriebnahme des Flughafens Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg bei Neuostheim.

Mannheims hat über 250 000 Einwohner.

1926
1926

Im Unteren Luisenpark wird das erste kommunale Planetarium Deutschlands eingeweiht. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg entsteht 1984 ein neues Planetarium an der Wilhelm-Varnholt-Allee.
Eröffnung der Schleuse Feudenheim im Neckarkanal.
Das Rhein-Strandbad bei der Reißinsel nimmt seinen Betrieb auf. 

1927
1927

Mannheim wird von den Nationalsozialisten „gleichgeschaltet“. Politische Gegner, Juden und andere von den Nationalsozialisten geächtete Bevölkerungsgruppen werden aus ihren Ämtern vertrieben, verlieren ihre Arbeitsplätze und werden gewalttätig verfolgt.

1933
1933

Die Reichsautobahnstrecke Heidelberg-Mannheim-Darmstadt wird dem Verkehr übergeben.

1935
1935

In der Pogrom-Nacht wird die Synagoge in F 2 verwüstet, weitere Einrichtungen der jüdischen Gemeinde sowie Wohnungen und Geschäfte von Juden werden geplündert und zerstört. 

1938
1938

Fast 2 000 Mannheimer Juden werden in das Internierungslager Gurs (Frankreich) deportiert, viele von dort in die Vernichtungslager des Ostens verschleppt und ermordet. Insgesamt fordert die nationalsozialistische Judenverfolgung in Mannheim rund 2 300 namentlich bekannte Opfer.

1940
1940

Die Widerstandsgruppe um Georg Lechleiter wird von der Gestapo entdeckt; 19 der Verhafteten werden hingerichtet, drei kommen im Gefängnis um.

1942
1942

Bei dem bis dahin schwersten Luftangriff in der Nacht vom 5./6. September werden rund 6 000 Gebäude zerstört, mehr als ein Viertel der Bevölkerung wird obdachlos, 414 Tote sind zu beklagen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt die Stadt über 150 Luftangriffe; der Zerstörungsgrad beträgt 51%. Rund 2 000 Menschen kommen bei den Bombardierungen ums Leben. 

1943
1943

Am 28./29. März besetzen US-Truppen die Stadt. Die amerikanische Militärregierung setzt Josef Braun als Oberbürgermeister ein, der sein Amt bis 1948 innehat. 

1945
1945

Als erste der von der Wehrmacht 1945 gesprengten Brücken wird die Friedrich-Ebert-Brücke über den Neckar wieder hergestellt. 

1946
1946

Der Gemeinderat beschließt einen Generalbebauungsplan als Grundlage für den weiteren Wiederaufbau.

1949
1949

Einweihung des neuen Nationaltheaters auf dem Goetheplatz. 

1957
1957

Der Containerterminal im Mühlauhafen wird als erste derartige Einrichtung in einem Binnenhafen in Betrieb genommen.

1968
1968

Mit der Kurt-Schumacher-Brücke wird ein zweiter Rheinübergang im Stadtgebiet geschaffen.

1972
1972

Mannheim richtet die Bundesgartenschau im Luisen- und Herzogenriedpark aus. Zu dem Ereignis werden die Planken zur Fußgängerzone umgewandelt und der Fernmeldeturm mit Drehrestaurant errichtet. 

1975
1975

Der Maimarkt findet erstmals auf dem neuen Gelände im Mühlfeld statt.

1985
1985

Einweihung des jüdischen Gemeindezentrum mit Synagoge in F 3. 

1987
1987

Eröffnung des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim, heute Technoseum.

1990
1990

Im Jungbusch wird die Yavus Sultan Selim Moschee ihrer Bestimmung übergeben.

1995
1995

Die Popakademie Baden-Württemberg wird gegründet. 

2002
2002

Das Existenzgründerzentrum MusikparkMannheim wird in der Hafenstraße eingeweiht.

2004
2004

Die „SAP Arena“ nimmt als Eishockey- und Multifunktionshalle ihren Betrieb auf. Das Rhein-Neckar-Dreieck mit Mannheim im Zentrum wird als „Europäische Metropolregion“ anerkannt.

2005
2005

400-jähriges Stadtjubiläum der Stadt Mannheim.

2007
2007

Die in Mannheim stationierten amerikanischen Streitkräfte ziehen bis zum Jahr 2015 ab, damit wird die Konversion der freiwerdenden Flächen zur zentralen städteplanerischen Aufgabe.  

2010
2010

Nach monatelangen Bürgerprotesten gegen einen modernen Neubau anstelle des sogenannten Barockpalais in den Planken, O 4, 4, wird ein Kompromiss gefunden. Der Neubau soll in Anlehnung an das ältere Gebäude eine Fassade in barocker Anmutung erhalten.

2012
2012

Am 22. September entscheiden sich die Mannheimer bei einem zusammen mit der Bundestagswahl durchgeführten Bürgerentscheid mit knapper Mehrheit für die Bundesgartenschau 2023.

2013
2013

Der Wohn- und Geschäftskomplex in den Quadraten Q 6 und Q 7 mit Wohnungen, Einzelhandel, Hotel und Gastronomie wird eröffnet. Es ist das größte Neubauprojekt in Mannheim nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 

2016
2016

Der Neubau der Kunsthalle wird durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier eingeweiht. Der Hector-Bau ersetzt den Mitzlaff-Bau.

2017
2017

Das Stadtarchiv Mannheim – Institut für Stadtgeschichte zieht in die Neckarstadt und heißt von nun an MARCHIVUM – Mannheims Archiv, Haus der Stadtgeschichte und Erinnerung.

2018
2018