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Dr. Alfred Karl Sachs

geboren am
Verfolgung

Jüdischer Arzt

1940 im Lager Gurs gestorben

Kachelbild
Text

Dr. Alfred Karl Sachs wurde am 4. Januar 1863 im schlesischen Münsterberg (heute Ziębice) geboren. Mit seiner Frau Irene geb. Bamberger (geboren 1859 in Wien) lebte er ab 1889 im elsässischen Mühlhausen, wo er als praktischer Arzt und Geburtshelfer tätig war. Die Töchter Marianne und Margarethe wurden in Mühlhausen geboren. Nach der Abtretung des Elsass an Frankreich wurde die Familie 1919 nach Deutschland ausgewiesen; über Bruchsal kam sie im Mai nach Mannheim. Dr. Alfred Sachs mietete eine Wohnung in L 10, 10, wo er auch seine Praxis eröffnete. Er wirkte unter anderem als Polizeiarzt und Vertrauensarzt verschiedener Krankenkassen. Seine Frau Irene starb 1926, die Töchter verließen Mannheim in den 1920er Jahren.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Dr. Alfred Sachs als Jude zunehmend die Existenzgrundlage entzogen; ab 1935 dufte er gar nicht mehr als Arzt praktizieren. Er musste von seinen Ersparnissen leben und schon Ende 1933 die Wohnung in L 10 aufgeben. Für einige Monate lebte er in der Otto-Beck-Straße, dann drei Jahre in der Prinz-Wilhelm-Straße (heute Stresemannstraße), bevor er im Juni 1937 eine Wohnung in der Augusta-Anlage 63 bezog.

Während des Novemberpogroms 1938 zerstörten Nationalsozialisten seine Wohnung und nahmen ihn fest. Der „Schutzhaft“ im KZ Dachau entging er nur knapp aufgrund seines Alters.

Am 22. Oktober 1940 wurde Dr. Alfred Sachs nach Gurs deportiert, wo er am 10. November 1940 im Alter von 77 Jahren starb.

 

Der Stolperstein wurde im Jahr 2016 verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
Adresse

Augustaanlage 63 (Oststadt)
68165 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.478720418579, 8.490013