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Eugen Biehler

geboren am
Verfolgung

Kommunistischer Widerstandskämpfer

1942 im KZ Ravensbrück gestorben

Kachelbild
Text

Der Arbeiter Eugen Karl Biehler wurde 1902 in Böckingen (1933 nach Heilbronn eingemeindet) geboren. 1924 zog er nach Mannheim, wo er als Maschinenformer bei der Heinrich Lanz AG arbeitete. 1926 heiratete er die Witwe Katharina Fichter geborene Zimmermann, die zwei Kinder (geboren 1919 und 1920) mit in die Ehe brachte. Eugen und Katharina Biehler lebten mit den Kindern in der Neckarstadt-West, zuletzt (ab 1934) in der Pflügersgrundstraße 20.

Eugen Biehler war seit 1922 Mitglied der KPD. Darüber hinaus war er aktiv in der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) sowie im Roten Frontkämpferbund (RFB). Wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er am 22. Mai 1933 vom Reichsgericht Leipzig wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung im Juni 1934 beteiligte er sich an der klandestinen Wiedererrichtung der verbotenen IAH in Mannheim-Waldhof und gehörte der Widerstandsgruppe Gartenstadt um Josef Reichert an, die antifaschistische Flugschriften erstellte und in Mannheimer Betrieben in Umlauf brachte. 1935/36 flog das Gartenstädter Widerstandsnetz auf; mehrere seiner Mitglieder wurden zu Haftstrafen verurteilt und/oder in Konzentrationslager verschleppt.

Eugen Biehler wurde im Februar 1936 zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt; 1940 wurde er in das Konzentrationslager Dachau eingewiesen. Er starb am 5. Mai 1942 im KZ Ravensbrück.

 

Der Stolperstein für Eugen Biehler wurde 2009 auf dem Werksgelände von John Deere (damals Heinrich-Lanz AG) verlegt. Der John Deere-Betriebsrat hat die Patenschaft für den Stein übernommen.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020

Adresse

John Deere, Werksgelände (Lindenhof)
68163 Mannheim
Deutschland

Geolocation
49.472849345995, 8.4764825853195