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Otto Bauder

geboren am
Verfolgung

Sozialistischer/Sozialdemokratischer Widerstandskämpfer

Überlebt

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Text

Otto Bauder kam am 9. Februar 1912 in Seckenheim (1930 nach Mannheim eingemeindet) zur Welt. 1938 heiratete er Hildegard Erny, mit der er zwei Kinder bekam.

Bauder, von Beruf Weichenwärter und später Stellwerkmeister, war schon früh politisch aktiv. So gehörte er der sozialistischen Jugendbewegung an und wurde 1929, im Alter von 17 Jahren, Vorsitzender der Mannheimer Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ). Von 1930 bis 1932 war er Mitglied der SPD, anschließend Mitbegründer der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), in der er sich auch nach dem Parteiverbot 1933 in der Illegalität betätigte. 1938 wurde Otto Bauder verhaftet und vor dem Oberlandesgericht Stuttgart wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Ludwigsburg verbüßte. Seine Anstellung bei der Reichsbahn verlor er aufgrund seiner politischen Betätigung. 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen; im August 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück nach Mannheim-Seckenheim.

Otto Bauder leitete nach 1945 lange Zeit die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mannheim und wurde zu einer der herausragenden Persönlichkeiten der Mannheimer SPD, für die er von 1959 bis 1984 im Gemeinderat saß. Ehrenamtlich war er viele Jahre Vorsitzender des Sportvereins SV 98/07 Seckenheim.

Für seine Verdienste als Stadtrat, AWO- und Sportvereinsvorsitzender erhielt Bauder das Bundesverdienstkreuz am Bande, die Landesehrennadel Baden-Württemberg, den Ehrenring der Stadt Mannheim sowie den Seckenheimer Alfred-Blümmel-Orden.

Otto Bauder starb 2002 im Alter von 90 Jahren.

In Seckenheim hat der SV 98/07 die Sportanlage nach seinem langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden benannt. Der Stolperstein für Otto Bauder wurde 2016 vor dem Vereinshaus verlegt.

 

Text: Marco Brenneisen (MARCHIVUM), Oktober 2020
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