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Stadtgeschichte

farbiges Fotos, das Baumaßnahmen im MARCHIVUM zeigt, hier: ein Besen an eine Wand gelehnt
Ausstellungsbereiche under construction

Damit die Stadtgeschichtliche Ausstellung im Herbst 2021 und das NS-Dokumentationszentrum im Frühjahr 2022 planmäßig eröffnen können, hat der architektonische Umbau hierfür vor kurzem begonnen. Es werden sprichwörtlich viel Stein bewegt und Staub produziert. Wir hatten die Gelegenheit, ein Interview mit Jörg Deffner von der Mannheimer Planungsgesellschaft Schmucker und Partner zu führen, der die Baumaßnahmen steuert und leitet.

Herr Deffner, welche Umbaumaßnahmen stehen konkret an?

Es ist die Neugestaltung der Ausstellungsräume der Stadtgeschichtlichen Ausstellung im Erdgeschoss und des NS-Dokumentationszentrum im 1. Obergeschoss mit einem multimedialen Ausstellungskonzept geplant.

Neben Festeinbauten für Medienboards werden zahlreiche Projektoren (Beamer) mit der dazugehörigen Infrastruktur benötigt. Die dadurch entstehenden höheren Wärmelasten werden durch die Installation von dezentralen Umluftkühlgeräten als Wandeinbau abgefangen. Das NS-Dokumentationszentrum erhält zudem eine separate Lüftungsanlage im Bereich der Lagerräume des ehemaligen Sandbunkers.

Da der Ausstellungsbetrieb keinesfalls durch Störgeräusche beeinträchtigt werden darf, werden die Schall emittierenden Geräte mit Schallschutzwänden eingehaust. Die neuen Wandscheiben dienen zugleich als Raumteiler für die einzelnen Ausstellungsbereiche.


Der große Fahrstuhl dient aktuell als Transportweg für Maschinen, Bauteile und Geröll.

Auch der Bodenbelag wird in großen Teilen erneuert und an die bereits zuvor erneuerten Bodenflächen angeglichen. Die Ausstellungsräume erhalten einen anthrazitfarbenen Terrazzobelag, wie er bereits im Foyer zu sehen ist. Dazu wird der bestehende Plattenbelag zurückgebaut. In diesem Zuge werden auch Aussparungen in den alten Bunkerwänden für die neue Lüftungsanlage im 1. Obergeschoss hergestellt. Diese Arbeiten sind bis Ende Februar 2021 abgeschlossen. Nachfolgend werden die Trockenbauwände der Schallschutzeinhausungen hergestellt und anschließend der neue Boden verlegt. Nach Einbau der haustechnischen Installationen werden die Wände geschlossen und mit Schallschutzklappen (Schreinerarbeiten) ausgestattet. Zuletzt werden die Glastrennwände und eine mobile Trennwand im 1. Obergeschoss eingebaut, die den künftigen Seminarraum von den Ausstellungsräumen trennen werden.

Neben den beschrieben Baumaßnahmen müssen die Brandmeldeanlage und die Sicherheitsbeleuchtung auf die neuen Ausstellungsräume angepasst werden. Die Decke des NS-Dokumentationszentrums erhält eine Akustikbeschichtung.

Welche Herausforderungen gibt es beim Umbau im Allgemeinen zu beachten und ferner mit Blick auf die angestrebte multimediale Ausstellungspräsentation?

Die größte Herausforderung ist es, die benötigte Kühltechnik störungsfrei zu integrieren. Dazu war eine intensive Zusammenarbeit mit den Ausstellungsplanern unerlässlich.

Rückbau des Bodens


Wie wichtig ein unaufgeregter, homogener Bodenbelag für das Format einer Multimediaausstellung ist, mussten wir während der Planung lernen. Die Erneuerung des historischen Belages tat uns zwar aus Sicht des Denkmalschutzes weh. Wir denken jedoch, eine gute Lösung gefunden zu haben, indem wir den neuen Boden im gleichen hochwertigen Material herstellen können, das bereits beim Umbau des Ochsenpferchbunkers zum MARCHIVUM zum Einsatz kam.

Wie berücksichtigen Sie das Thema "Barrierefreiheit in Ihren Maßnahmen?

Die Barrierefreiheit ist in der aktellen Planung kein neues Thema, da bei der Planung des MARCHIVUM die Ausstellungsbereiche bereits barrierefrei hergestellt wurden.

Wann sollen die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sein, und erschwert Corona die Situation?

Die baulichen Maßnahmen sind planmäßig Ende Mai abgeschlossen. Ab Juni beginnt dann der Feinausbau durch die Ausstellungsbauer, so dass die erste Ausstellung im Herbst 2021 eröffnet werden kann.

Schnappschuss auf der Baustelle: fast schon eine eigene Kunstinstallation

Zum Glück haben wir bisher noch keine negativen Auswirkungen durch Covid-19 feststellen können. Im Gegenteil ist der Umstand, dass die meisten Mitarbeitenden des MARCHIVUM die Zeit zuhause im mobilen Arbeiten verbringen und dass das Gebäude aktuell für die Öffentlichkeit geschlossen ist, ein idealer Zeitpunkt für Bautätigkeiten im laufenden Betrieb.

Lieber Herr Deffner, vielen Dank für das Gespräch.

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